Tiny & Big in: Grandpa's Leftovers
Tiny & Big in: Grandpa's Leftovers

Plattform: PC
Deutschland (2012), Engine Programming: Christian Niemand, Characters, Story: Sebastian Stamm, Level-& Game-Design: Florian Grolic, Physics, Audio, A.I., Gameplay Logic: Sebastian Schulz, Core Engine Lead, etc.: Johannes Spor, 3D-Content: Tobias Bilgeri

Es sind Spiele wie Tiny & Big in: Grandpa’s Leftovers, für die ich den heutigen Spielemarkt trotz Ego-Shooter-Wahnsinn und AAA-Manie immer noch mag. Während die großen Publisher stabil auf den kreativen Bankrott zusteuern, nehmen es kleine Teams wie die Kasseler Jungs von Black Pants Game Studio auf sich, die Art von kreativem Spielvergnügen zu liefern, die bei den großen Anbietern keine Chance mehr hat. Wie zum Beispiel eben Tinys herrlich psychedelische Suche nach Opa geklauten Unterbuchsen.

Bereits der Titelbildschirm lässt Stimmung aufkommen. Held Tiny eimert im Taxi durch die Wüste und bereitet sich auf virtuelle Art und Weise auf die Jagd nach Unterhosendieb Big vor. Die Wüste wirkt dabei gerade durch den spannenden Grafikstil einfach faszinierend. Schraffuren geben dem Spiel einen leichten Comiclook und die Felsformationen erinnern ein wenig an alte Roadrunner & Coyote-Cartoons. Das Charakterdesign von Tiny und Big ist herrlich abgedreht. Deutsche Indie-Comics kommen dem Kenner da in den Sinn, aber auch auch Vergleiche Marke “Spongebob auf Mescalin” wären nicht unangebracht.

Tiny & Big verlässt sich aber nicht einfach nur auf Stil, sondern punktet auch mit blitzsauberem Spieldesign. Die Jump’n‘Run-Steuern geht gerade mit Gamepad gut von der Hand, die Levels sind intelligent entworfen und Tinys Tools bieten jede Menge Stoff für clevere Rätsel, die ihr oft auf verschiedenste Art und Weise lösen könnt. Da ist zum einen ein Greifhaken. Mit dem kann der knubbelige Held gerne auch mal riesige Steinblöcke durch die Gegend ziehen. Mit den Raketen kann er solche Blöcke auch effektiv durch die Gegend schießen.

Highlight ist aber der Schneid-Laser. Mit dem könnt ihr fast eure ganze Umgebung zerlegen. Gewaltige Säulen werden mit einer schnellen Aktion durchtrennt und kippen langsam und beeindruckend um. Die Mechanik nimmt so quasi die Schwert-Action des kommenden Metal Gear: Revengeance vorweg und kommt dabei netterweise auch komplett ohne Blut und Gedärme aus. Hier geht es maximal vielleicht einem vorwitzigen Kaktus an den stacheligen Kragen.

Die Kombination dieser drei Werkzeuge ergibt eine ganze Menge spannender und flexibler Rätsel, der herausragende Soundtrack und die originelle grafische Gestaltung tun ihr übrigens, um euch bei Laune zu halten. Mit so etwa vier Stunden Spielzeit weißt Tiny & Big dazu noch eine sehr angenehme Länge auf und versteht es wunderbar, einen Schlussstrich zu ziehen, so lange sich das alles frisch und neu anfühlt.

Wie Eingangs schon gesagt: Spiele wie Tiny and Big sind es, die mich immer noch in der Spielerei halten. Wo andere sich in Sachen Explosionen und Splattereien gegenseitig überbieten wollen, da lockt der kleine deutsche Entwickler Black Pants Studios mit einer herrlichen kleinen Indie-Perle, die vor Charm nur so überquillt und dazu auch noch wunderbar umgesetzte Spielmechaniken bietet. Schaut unbedingt mal rein!

Bilder, Video Copyright Black Pants Game Studio


Thomas Nickel


Kommentare

 
© 2010 Brave New Gaming     Über uns     Impressum