Skullgirls
Skullgirls

Plattform: XBLA (PSN folgt)
USA (2012), Lead Artist: Richard Suh, Lead Producer: Kimberly Marlis, Audio Director: Vincent Diamante

„It´s Showtime!“ Der Ring-Moderator von Skulltgirls bringt es ganz gut auf den Punkt. Skullgirls ist eine Show. Eine derbe Rock-Show, um es genau zu sagen. Wir befinden uns bekanntlich in der Renaissance des Prügel-Genres und dank der grandiosen Rückkehr altehrwürdiger Prügelhelden aus den Häusern Namco und Capcom sind virtuelle Schlägereien bei der Spielerschar wieder hoch angesehen. Mitten in diesen technischen und doch konservativen Prügel-Reigen platzt plötzlich eine Download-Granate; der Roundhouse-Kick in die Ärsche von Street Fighter, Tekken und Co.

Die Story der Schädelmädchen ist dabei ebenso simpel wie unwichtig; wird aber von schön gezeichneten Artworks vorangetrieben. Habt Ihr Euch für eine der wirklich schrägen Damen entschieden, geht es dann auch schon in den virtuellen Ring. Wer sich schon für die hochaufgelösten BlazBlue-Riege begeistern konnte, wird ob der derben Skullgirls-Freakshow entzückt dem 2D-Gott ein Hühnchen opfern.

Die Entwickler Reverge Labs liefern mit den Skullgirls eine ebenso unverbrauchte wie freche Truppe, die trotz erhöhtem Nerd-Fan-Service trotzdem oder gerade deswegen so herrlich sympathisch ist. Ihr wolltet schon immer als untote Katzenlady eine psychopatische Ninja-Krankenschwester mit dem eigenen Kopf bewerfen? Kein Problem. Die überschaubare Damen-Clique prügelt sich mit abgefahrenen und effektgeladenen Special-Moves das Silikon aus den Brüsten und ist dabei noch so wundervoll animiert, dass sogar altgediente SNK-Fanboys anerkennend die Augenbrauen hochziehen.

Auch spielerisch überzeugen die Mädels und so gelingen auch Genre-Neulingen nach kurzer Zeit brachiale Kombos und Manöver. Die geschmeidig animierte und farbenfrohe 2D-Optik basiert auf einer 3D-Engine und lässt somit auch tolle Effektgewitter zu. Trotz der technischen Qualitäten sollte an dieser Stelle auch auf den Schwierigkeitsgrad hingewiesen werden. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich dem femininen Prügel-Cast erst auf Easy zeigen konnte, wo der Frosch die Locken hat.

Manch einer mag jetzt verächtlich die Mundwinkel nach oben ziehen; Ihr habt ja Recht, vielleicht werde ich auch zu alt für diese Art von Spielen. Nichtsdestotrotz kann ich mich immer noch an der herrlich bescheuerten Story und der grandiosen 2D-Optik erfreuen und somit sei diese Download-Perlen auch (oder gerade deswegen?) alten Säcken, die gerne leichtbekleidete Psychopathinnen aufeinander hetzen, empfohlen. Neben der tollen Grafik, die gekonnt Art-Deco mit US-Manga-Stil vermischt, sei auch besonders der genial jazzige Soundtrack erwähnt. Richtig gelesen, die anfangs erwähnte Rockshow geht überwiegend optisch über die Bühne.

Genre-typisch macht der Tussen-Klopper natürlich mit einem anderen Perve….äääähm Mitspieler Spaß und so dürft Ihr Euch mit Euren Freund/ innen auf herrliche Kampfszenen zwischen halbnackten Steampunk-Girlies und durchgeknallten Krankenschwestern freuen. Da man seitens der Entwickler auch auf die Turnier-Spieler schielt, wurden die einzelnen Kämpferinnen gut aufeinander abgestimmt und auch die Tag-Team-Battles fügen sich nahtlos in diesen Prügelspaß mit ein.

Ihr seht schon; ich bin von Reverge Labs schrägem 2D-Bemu mehr als angetan. Die Charakter-Auswahl von 8 Kämpferinnen mutet natürlich in den heutigen Zeiten ein bisschen mager an; über diesen Punkt solltet Ihr aber gnädig hinwegsehen. Reißt Euch mal von Street Fighter 4, SFXT und Konsorten los und gebt den Mädels sowie den Entwicklern eine verdiente Chance.

Bilder, Video Copyright Reverge Labs


Mark Wamsler


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