
Plattform: PS3
Deutschland (2012), Musik: Rafael Dyll
Bisher machte der deutsche Entwickler Sidequest Studiosin erstre Linie mit den Söldner X-Spielen (hier unser Senf zum ersten, zum zweiten Teil und dessen Add-On) von sich reden. Jetzt meldet sich das kleine Team mit einem waschechten Rollenspiel zurück, das spielerisch und grafisch eher an die japanischen Klassiker der 16- und 32-Bit-Ära, denn an deutsche Kost Marke Gothi” oder “Sacred” anschließt.
Held Baldren (dessen Namen ihr auf Wunsch auch gerne ändern könnt) ist auf dem Weg zum Duell mit seinem großen Rivalen. Doch der lockt ihn in eine Falle und so findet sich Baldren gemeinsam mit einer ganzen Horde grimmiger Monster in einer neuen Welt wieder – auf dem namensgebenden Rainbow Moon. Die Mission ist eindeutig: Zuerst muss Baldren Rainbow Moon vor den monströsen Invasoren retten, und dann würde er auch gerne wieder nach Hause gekommen.
Eine Stunde braucht Rainbow Moon so in etwa, um in Fahrt zu kommen: Habt ihr erst einmal ein paar Levels gut gemacht, dann öffnet sich das anfangs noch sehr restriktive Kampfsystem und dank der freien Werteverteilung könnt ihr selbst entscheiden, wie ihr eure Figuren entwickelt. Ihr nehmt Quests an, durchforstet schummrige Dungeons und verbessert regelmäßig eure Ausrüstung und Kampfwerte. Auf Zufallskämpfe wird verzichtet.
Entweder, ihr seht die Monster direkt vor euch, oder ihr müsst einen Kampf erst auf Knopfdruck bestätigen. Das macht das erforschen der weitläufigen Szenarien angenehm flott und verhindert effektiv Frust. Im Kampf zieht ihr eure Leute über eine isometrische Karte, in Sachen Spielgeschwindigkeit orientiert sich Rainbow Moon eher beim flotten Arc the Lad, als beim gemächlicheren Final Fantasy Tactics.
Grafisch ist Rainbow Moon ausgesprochen ansehnlich. Das Spiel verzichtet komplett auf Polygone und setzt euch hübsch gezeichnete, wenn auch manchmal ein wenig überladen wirkende 2D-Szenarien vor. Die Musik von Rafael Dyll untermalt das Geschehen stimmungsvoll und geht gut ins Ohr. Ein paar Schwächen leistet sich Rainbow Moon aber bei Handlung und Figuren.
Die Portraits wollen sich farblich und stilistisch oft nicht so recht in das eigentlich sehr stimmige Gesamtbild einpassen, die Handlung ist eher zweckmäßig geschrieben. Wer ein episches Abenteuer im Lunar-Stil erwartet, der wird hier weniger fündig. Halb so wild: Rainbow Moon punktet mit motivierenden Kämpfen, verschachtelten Dungeons und der ewigen Jagd nach dem nächsten Level – das ist weit mehr, als manch ein Disc-basierter Zeitgenosse aus Japan zu leisten vermag!
Bilder, Video Copyright SideQuest Studios
Thomas Nickel








