
Plattform: PSN, XBLA
Japan (2011), Producer: Kouichi „Isuke“ Yotsui
Den Vergleich mit Capcoms Klassiker Strider muss sich das von feelplus entwickelte und von Square Enix vertriebene Moon Diver einfach gefallen lassen: Zum einen ist mit Kouichi „Isuke“ Yotsui der Mann hinter dem erwähnten Klassiker selbst mit von der Partie, zum anderen orientiert sich Moon Diver in Sachen Gameplay und Ästhethik ebenfalls gewaltig an Capcoms altem Hardwarefresser. Eine Handlung ist auch irgendwie da, aber die ist so marginal, dass wir uns garnicht länger damit aufhalten. Nachdem wir einen von vier Protagonisten gewählt haben, geht’s direkt los: Die Figuren können laufen, springen und schlagen, außerdem gibt es noch ein paar Spezialmanöver wie Doppelsprung oder Magie-Angriff.
Das alles geht ganz prima vor der Hand: Moon Diver spielt sich schnell, dynamisch und butterweich – hier überzeugt das Spiel auf der ganzen Linie. Leider haben sich aber ein paar andere Probleme mit an Bord geschlichen: Grafisch ist Moon Diver oft überraschend hässlich ausgefallen. Die Farbwahl ist fragwürdig, die Hintergründe grob und nicht sonderlich attraktiv. Manche Szenarien sehen gut aus, aber das Bild ist insgesamt sehr inkonsistent.
Vor allem aber die Level sind entschieden zu lang. Das schöne an Strider war, dass das Spiel stets auf vergleichsweise kurze, dafür aber knackige Levels setzte. Damals wurde nichts gestreckt, ihr wurdet von Höhepunkt zu Höhepunkt gehetzt. Genau dieser Faktor geht Moon Diver ab. Die Levels ziehen sich, werden immer wieder von Arenakämpfen unterbrochen in denen ihr einfach ständig nachwachsendes, mäßig motiviertes Kanonenfutter zerschnetzelt und das schlimmste: Wenn ihr irgendwann das zeitliche segnet – egal ob das im ersten Abschnitt oder beim Boss ist, dann werdet ihr wieder an den Anfang geschickt. Ihr könnt zwar für eure aufgestiegenen Levels Punkte in Schade, Magie und Lebensenergie investieren und habt somit beim nächsten Anlauf bessere Karten, trotzdem ist die Kombination aus fehlenden Rücksetzpunkten eine eher ungemütliche Mischung.
Im Vierspieler-Modus kann es zwar gelegentlich mal hektisch werden, trotzdem habt ihr gerade dann den größten Spaß – durch die leichte Hektik und die kooperativen Elemente wirken die Level nicht mehr ganz so langezogen. Trotzdem bleibt Moon Diver leider hinter seinem Potenzial zurück – etwas mehr Mut zur Kürze mit Würze hätte dem Spiel gut getan, so bleibt nur ein astrein spielbares, aber auch etwas zähes 2,5D-Actionspiel das seinem großen Vorbild trotz moderner Technik nicht das Wasser reichen kann.
Bilder, Video Copyright Square Enix
Lydia Borutta









