
Plattform: Xbox Live Arcade
UK (2011)
Na, wenn das mal nicht ehrgeizig ist: Für ihr erstes Projekt haben sich die Starfire Studios, ein junger Indie-Entwickler, der sich zu großen Teilen aus ehemaligen Rare-Mitarbeiten zusammensetzt, ein großes Weltraum-Abenteuer geschaffen. Das lockt mit gleich fünf verschiedenen Fraktionen, viel spielerischer Freiheit und sogar ein paar MMO-Aspekten. Ach ja, und richtig gut sieht´s auch noch aus. Leider liegt der Hund aber genau in diesen hohen Ambitionen begraben. Fusion: Genesis bietet sehr viele Spielelemente, aber leider wird in einigen Aspekten nur an der Oberfläche gekratzt.
Jede Fraktion hat ihre eigenen Raumschiffe und Skills, dazu kommen eingeständige Geschichten und Quests. Leider sind gerade die oft unangenehm einfallslos ausgefallen. Schon bald fühlt ihr euch nicht mehr wie ein mutiger Raumfahrer, sondern wie ein bräsiger Trucker, der einfach seine Checkpoints abfährt, um wieder ein wenig Geld und Erfahrung einzustreichen. Ihr fliegt zu einem Gate, warpt euch zum Missionsort, fliegt ein wenig herum und schießt vielleicht auch mal auf den ein- oder anderen Gegner.
Im Gegensatz zu anderen Raum-Abenteuern spielen sich die Action-Sequenzen von Fusion: Genesis wie ein Twinstick-Shooter, auf die klassische Cockpit-Ansicht wird hier verzichtet. Das fühlt sich gut an, aber wenn ihr die x-te uninspirierte Mission fliegt, dann erkennt auch der langsamste Spieler, dass es hier primär ums Grinden geht. Klar, die Belohnungen sind oft recht ordentlich, aber irgendwie will nur selten etwas wirklich Interessantes passieren. Meist ist der Schwierigkeitsgrad sehr niedrig, manchmal bekommt ihr es mit gnadenlos überlegenen Gegner zu tun denen ihr nichts entgegen zu setzen habt – so sagt euch das Spiel, dass ihr noch etwas mehr grinden sollten.
Auch das Interface und die Interaktion mit anderen Spielern sind arg voll. Ersteres bombadiert euch oft mit Informationen und der Mehrspielermodus, bei dem ihr in Vierergruppen Missionen absolvieren könnt, wirkt wenig fokussiert. Dennoch kann Fusion: Genesis fesseln. Lasst ihr euch auf die Grinderei ein, dann entwickelt die typische Mischung aus Action, Handel und Forscherdrang mit der Zeit schon einen gewissen Zug – schon beim guten, alten Elite war das ja so. Fusion: Genesis ist ehrgeizig und komplex, gleichzeitig aber auch oft einfach noch etwas halbgar. Wir raten dringend zum Probe spielen. Packt euch das Weltraum-Abenteuer doch, dann bekommt ihr hier jede Menge Stoff für die nächsten Wochen.
Bilder, Video Copyright Starfire Studios
Thomas Nickel









