
Plattform: PS3, XBox360, PC
USA (2011)
Tower Defense: Das heißt mit Taktik, List und begrenzten Mitteln verhindern, dass Gegnerwellen von Startpunkt A zum Zielpunkt B rennen. Dungeon Defenders baut dieses Spielprinzip noch zusätzlich mit Action-Rollenspielelementen (Item-Sammeln, Charakterausrüstung und -stufen) und einem Mehrspieler-Modus (Online oder Lokal im Splitscreen) aus.
Doch eines vorweg: Dungeon Defenders ist absolut nichts für Einzelspieler, denn alleine kommt man nicht allzu weit. Dazu ist das Spiel im Solomodus viel zu unbalanciert – Frust steht also an! Genauer müsste man daher sagen, dass Dungeon Defenders den Solomodus nicht mit dem Mehrspielermodus ergänzt, sondern vom Prinzip her ersetzt. Ihr wählt zu Beginn eine von vier verschiedenen Heldenfiguren, die sich nicht nur äußerlich komplett unterscheiden, sondern jeweils eigene Fähigkeiten, Fallen und Abwehrstellungen aufrufen können.
Besonders im Hinblick auf Mehrspielerpartien ergänzen sich die Heldenklassen hervorragend: Der Magier-Lehrling baut magische Abwehrtürme und wehrt sich mit Zaubern vor den Gegnerwellen. Als Ritterknappe setzt man voll auf Nahkampf und massiven Abwehrstellungen. Die Jägerin setzt im Gegensatz dazu auf Fernkampf und geschickt platzierten Fallen. Der letzte im Bunde ist der Mönch, der als Nahkämpfer die Verbündeten mit speziellen Aura-Fähigkeiten unterstützt.

Kämpfen muss man gegen Horden von üblichen Monstern wie beispielsweise Orks oder Goblins. Zum Anfang oder zwischen jeder Kampfphase, in der man die Gegner selbst oder mit Fallen und Abwehrtürmen bekämpft, kommt die Bauphase. In dieser Phase kann man in aller Ruhe seine Verteidigung neu setzen oder erweitern, reparieren und verkaufen. Bezahlt wird mit Mana-Kristallen, die ihr von besiegten Gegnern einsammeln müsst.
Dungeon Defenders erweitert die Bauphase sinnvoll mit dem Rollenspielaspekt: Man ist stets damit beschäftigt, Items und Mana-Kristalle von Truhen und Gegnern einzusammeln und den eigenen Helden mit neuen Items zu verbessern.
Zusätzlich ist man ganz scharf darauf, die Spielfigur stets bis zur nächsten Stufe zu bringen, um bei einem Level-Up neue Skillpunkte zu setzen, die Fähigkeiten und Werte verbessern können. Gerade mit anderen Spielern ist es sehr spaßig und spannend, ein richtiges Bollwerk gegen die Gegnerhorden zu errichten. Extrem störend ist nur, dass Mitspieler gleichzeitig auch Konkurrenten sind, wenn es um Items und Kristalle geht: Wer zuerst kommt, bekommt die Beute. Teamwork auf der Ebene kann man daher vergessen…
Am besten lässt sich Dungeon Defenders im Vergleich mit Orcs Must Die! bewerten: Es ist durch den Multiplayer-Modus und den Action-Rollenspielfeatures größer und komplexer, aber genau das bedeutet nicht nur Gutes: Das zum Teil sehr textlastige und daher langweilige Tutorial und das Interface könnten Anfänger verschrecken.
Das konnte Orcs Must Die! nicht nur besser, sondern es erschien insgesamt einfach nicht so überladen mit Features.
Doch kann man Dungeon Defenders auch als spielerische Erweiterung sehen: Für Leute, die neue Herausforderungen mit Mitspielern und mehr Spieltiefe suchen, ist Dungeon Defenders genau wiederum das Richtige. Technisch nehmen sich beide Titel nichts: Sie sind für den Preis und dem Umfang solide umgesetzt. Noch Erwähnenswert: Dungeon Defenders besitzt eine englische Sprachausgabe hat und deutsche Texte. Außerdem kann man das Spiel auch in 3D genießen (ein entsprechender Fernseher vorausgesetzt).
Für 9,99€ auf PSN bekommt man ein super Multiplayer-Actionspiel mit viel Umfang, aber kein Solo-Abenteuer für zwischendurch! Ein funktionierender Einzelspielermodus hätte das Gesamtpaket perfektioniert, so bleibt aber nur eine Empfehlung für Mehrspielerfans.
Die zahlreichen Zusatzfeatures wie Charakterentwicklung, Tierbegleiter und Itemsystem begeistern Profis, aber verschrecken und überfordern eventuell Neueinsteiger.
Bilder, Video Copyright Trendy Entertainment
Geon Cho








