Back to the Future: The Game Episode 1
Back to the Future: The Game Episode 1

Plattform: PC
USA (2010), Beratung Handlung: Bob Gale, Musik: Alan Silvestri

Sie haben’s schon wieder getan! Gibt es irgendeine bekannte Lizenz vor der diese Jungs nicht zurückschrecken? Die Liste von Telltale’s Trophäen ist drauf und dran zu einem Who-is-Who der Nerd-Träume zu werden. Nach Sam & Max, Monkey Island sowie Wallace & Gromit präsentiert Telltale jetzt eine Spielumsetzung der Kult-Franchise Zurück in die Zukunft. Da stellt sich aus gutem Grund die Frage: Haben die Jungs sich da diesmal nicht übernommen?

Ohne Umwege; Oh nein, nicht im geringsten! Das Spiel ist gelungen und eine ziemlich runde und kurzweilige Sache. Dies liegt zu einem großen Teil an der Mühe die sich die Entwickler gemacht haben um der Vorlage treu zu bleiben. Das beginnt natürlich mit der großartigen Musik von Alan Silvestri, geht über die Sprecher (Christopher Lloyd hört man sein Alter zwar an, aber es gibt schließlich nur einen Doc!), über die Kameraführung bis hin zu Running-Gags aus den Filmen und den Dialogen.

Am Anfang ist man erstmal überwältigt vom Charme des Spiels. Trotz Telltale-typischer Comic-Grafik, die technisch längst niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlockt, sieht und fühlt sich alles sehr vertraut an. Marty’s Mimik und die der anderen Figuren funktioniert, und wenn man nun sagt dass sie es leider nicht schafft die unglaubliche Gesichtsschauspielerei eines Christopher Lloyd in allen Details zu transportieren, dann ist das schon Jammern auf sehr hohem Niveau.

„Grooooßer Gott Marty!“ Ja, ist gut Doc, ich erklär ja schon die Story.
Nach dem sich Doc Brown im dritten Teil der Trilogie mit der neugebauten Dampflok-Zeitmaschine aufgemacht hat um mit seiner Frau Clara weiter im Wilden Westen zu leben, bleibt Marty zurück in seiner Zeit, also 1986. Der DeLorean, Doc’s erste Zeitmaschine die in den drei Filmen für massive Zeitparadoxa und noch massivere Abenteuer sorgte, ist zerstört und alles was Marty vom guten Doc geblieben ist, sind dessen Habseligkeiten in seinem Labor.

Dummerweise werden diese nun verkauft, da die Stadt das Gelände benötigt. Klar dass Marty das nicht gefällt, und noch klarer dass er damit ziemlich alleine dasteht. Just in dem Moment taucht der DeLorean plötzlich auf, zusammen mit Hund Einstein und einer, wie immer, beunruhigenden Nachricht vom Doc. Er ist natürlich wieder mal in Schwierigkeiten und verlässt sich darauf dass Marty durch die Zeit reist um ihn zu retten. Klar dass das alles andere als glatt gehen wird. Wie sagte Doc Brown doch: „Zeitreisen sind eine gefährliche Sache Marty!“

Was die Rätsel an sich angeht hat man ein wenig das Gefühl Telltale traue den Filmfans noch nicht zu viel Knobelgeschick zu. Natürlich gibt es auch hier wieder das bekannte Hinweis-System das einem weiterhilft wenn man mal partout nicht auf die Lösung kommt. Allerdings sind die Rätsel nie um die Ecke gedacht sondern sehr bodenständig und bestehen meist aus dem arrangieren der richtigen Situation, anstatt diverse Gegenstände miteinander zu kombinieren. Hoffen wir dass Telltale die Rätsel in den nächsten Episoden ruhig etwas fordernder gestaltet. Sie sind alles andere als langweilig, aber ein bisschen mehr Pepp darfs gerne sein.

Bis auf das Stadtzentrum von Hill-Valley sind alle Scenen recht übersichtlich gestaltet und man braucht keine Sorgen zu haben irgendwo etwas zu vergessen. Man kommt wirklich erst dann weiter wenn man alles hat. Das sorgt für Kurzweil und macht das Spiel brauchbar für etwas Knobelei in der Mittagspause. Trotzdem ist es kein Problem gleich für ein paar Stunden hängenzubleiben. Dafür funktioniert die Mischung aus symphatischer Knobelei und Widererkennungscharme aus den Filmen einfach zu gut.

Mit den dreißiger Jahren hat man eine Epoche gewählt die zwischen den bisher erkundeten Epochen liegt und somit noch viel Potenzial hat. Natürlich spielt auch hier ein Tannen den Oberschurken und Marty’s Vorfahre ist weiterhin ein Feigling dem man unter die Arme greifen muss. Es stellt sich zwar die Frage warum der DeLorean wieder auftaucht und warum er nicht fliegen kann, aber noch gibt es ja 4 weitere Episoden die da kommen werden. Also genug Zeit um diese und noch weitere Fragen zu beantworten, man darf gespannt sein. Vor allem hat Telltale den Fehler vermieden die Story zu sehr in einzelne Episoden zu zersplittern. Zwar hat das Finale der ersten Episode ordentlich Zunder unterm Hintern, doch man merkt zugleich dass all dies erst der Anfang war und das Gesamtabenteuer im Umfang den Filmen vermutlich kaum nachstehen wird.

Für weniger als 20 Euro kann man sich direkt alle 5 Episoden bestellen. Ob man die Episoden auch einzeln kaufen kann ist noch nicht gewiss. In jedem Fall ist der Preis gerechtfertigt, auch wenn man sich für die nächsten Episoden doch etwas mehr Knobelei wünscht. Episode 1 It’s about Time macht eine gute Figur, zeigt aber noch Potenzial zur Verbesserung. Wir jedenfalls warten freudig auf den Februar, wenn die nächste Episode veröffentlicht wird. Genug Zeit nochmal die erste zu spielen, aber auch um die Filme zu schauen und nach noch mehr Verweisen zu suchen.

Bilder, Video Copyright Telltale Games
Text Copyright Alexander Lachwitz


Guy Incognito


Kommentare

sehr schön; kommt auf jeden fall auf die festplatte. der look hat mir gleich gefallen und als fan der filme musste ich ja seit der amiga-umsetzung des letzten films lange warten. in diesem sinne:” NIEMAND…nennt…mich…eine..feige…Sau!”

— Mark · 27. Dezember 2010, 11:02 · #


 
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